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14. September · 27. September nach altem Kalender

Kreuzerhöhung – im Kreuz ist Leben

Die Kirche erhebt das Kreuz nicht als Zeichen der Niederlage, sondern als Thron der Liebe Christi – als Baum des Lebens, durch den Tod und Auferstehung untrennbar verbunden sind.

  • Das kostbare Kreuz
  • Fast- und Festtag
  • Liebe bis ans Ende
Erhöhung des kostbaren Kreuzes im Stil einer athonitischen Ikone
Johannes 3,14–15

„Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden.“

Wer zum Kreuz aufschaut, sieht nicht das letzte Wort der Gewalt, sondern die Liebe, die den Tod von innen her besiegt.

Die Kreuzerhöhung verbindet Golgota mit Ostern: Das Holz des Todes wird in Christus zum Baum des Lebens.

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Ein Fest, das nach oben und nach innen weist

Am 14. September feiert die orthodoxe Kirche die weltweite Erhöhung des kostbaren und lebenspendenden Kreuzes. Gemeinden nach dem alten julianischen Kalender begehen das Fest am 27. September des bürgerlichen Kalenders. Beide Daten finden Sie auch in unserem Kirchenkalender.

Im Gottesdienst wird das Kreuz sichtbar erhoben und verehrt. Die wiederholte Bitte „Herr, erbarme dich“ macht deutlich: Das Fest lädt nicht zur bloßen Betrachtung eines historischen Gegenstands ein. Es ruft zu Umkehr, Dankbarkeit und Vertrauen auf den gekreuzigten und auferstandenen Herrn.

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Die Auffindung des Kreuzes und seine Erhöhung

Die kirchliche Überlieferung verbindet das Fest mit der heiligen Helena, der Mutter Kaiser Konstantins, und der Auffindung des Kreuzes Christi in Jerusalem im vierten Jahrhundert. Patriarch Makarios erhob das Kreuz, damit das versammelte Volk es sehen und verehren konnte.

Später erinnerte das Fest auch an die Rückführung der Kreuzreliquie nach Jerusalem. Historische Erinnerung und Liturgie greifen ineinander: Entscheidend ist nicht eine archäologische Neugier, sondern das Bekenntnis, dass durch das Kreuz Christi Heil in die Welt kam.

„Das Wort vom Kreuz ist denen, die gerettet werden, Gottes Kraft.“

1 Korinther 1,18
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Was die Ikone der Kreuzerhöhung zeigt

Im Zentrum hebt der Bischof das große Kreuz über die versammelte Gemeinde. Das Holz verdeckt fast seine Gestalt: Nicht die Person des Zelebranten steht im Mittelpunkt, sondern Christus und sein lebenspendendes Kreuz. Geistliche, Gläubige und die gekrönte heilige Helena richten Hände und Blick nach oben.

Die Kirchenarchitektur und der goldene Grund machen aus der historischen Erinnerung eine liturgische Gegenwart. Die Ikone erzählt nicht von einem privaten Fundstück, sondern vom Bekenntnis der ganzen Kirche. Das dunkle Kreuz vor dem leuchtenden Gold fasst die Botschaft des Festes zusammen: Gerade dort, wo die Welt nur Leid sieht, offenbart Gott die Liebe, die durch den Tod hindurchführt.

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Christen verehren nicht das Leiden, sondern die rettende Liebe

Das Kreuz war ein römisches Hinrichtungsinstrument. Die Kirche verharmlost diese Grausamkeit nicht. Sie bekennt aber, dass Christus die Gewalt nicht mit Gewalt beantwortete. Er nahm Hass, Verrat und Tod auf sich und blieb bis zuletzt in der Liebe.

Darum gilt die Verehrung des Kreuzes Christus selbst. Eine Verneigung vor dem Kreuz ist kein magischer Umgang mit Holz oder Metall. Sie ist ein leibhaftiges Bekenntnis: „Du hast mich geliebt und dich für mich hingegeben.“ Das Kreuz wird zum Zeichen der Hoffnung, weil der Gekreuzigte auferstanden ist.

WahrheitDas Kreuz zeigt, wie tief Sünde und Gewalt den Menschen verwunden.
LiebeChristus zieht sich nicht vom Leid zurück, sondern trägt es mit uns und für uns.
SiegDie Auferstehung macht das Kreuz zum Zeichen des überwundenen Todes.
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Warum ist die Kreuzerhöhung ein strenger Fasttag?

Obwohl das Fest von Sieg spricht, wird es als Fasttag begangen. Die Kirche hält Freude und Ernst zusammen. Wir danken für die Erlösung, ohne zu vergessen, welchen Weg Christus aus Liebe ging.

Fasten macht die Botschaft körperlich: Der Mensch übt Freiheit von Gewohnheit und Überfluss, damit Gebet, Barmherzigkeit und Reue Raum bekommen. Die konkrete Fastenregel soll der eigenen kirchlichen Tradition, Gesundheit und gegebenenfalls dem Rat des geistlichen Vaters angepasst werden.

Das Kreuz im Alltag

„Nimm dein Kreuz auf dich“ – was das nicht und was es bedeutet

Jesus ruft seine Jünger zur Nachfolge (Matthäus 16,24). Dieser Ruf rechtfertigt weder Missbrauch noch vermeidbares Unrecht. Niemand muss in einer gefährlichen Situation bleiben, um „sein Kreuz zu tragen“.

TreueDem Guten treu bleiben, auch wenn es Mühe kostet und keine Anerkennung bringt.
VergebungDie Spirale der Vergeltung unterbrechen, ohne Wahrheit und gesunde Grenzen aufzugeben.
BarmherzigkeitDie Last eines anderen mittragen und im Leid nicht alleinlassen.
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Das Zeichen des Kreuzes in der Gebetsecke

Ein Kreuz im Haus ist kein Schmuckstück ohne Inhalt. Es erinnert an das tägliche Gebet, an die Hoffnung der Auferstehung und an den Ruf, die Liebe Christi selbst weiterzugeben.

Kruzifixe und KreuzeFür Wand, Hausaltar oder einen stillen Gebetsplatz – als sichtbares Bekenntnis zu Christus.
KerzenDas Licht vor dem Kreuz verbindet das Gedächtnis des Leidens mit der Hoffnung der Auferstehung.
Weihrauch aus GriechenlandPsalm 141 deutet den aufsteigenden Weihrauch als Bild des Gebets, das sich vor Gott erhebt.
misticSparks · Zeichen der Hoffnung

Das Kreuz erinnert: Liebe ist stärker als der Tod

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Biblische und kirchliche Quellen

Die historischen Einzelheiten werden als kirchliche Überlieferung dargestellt; die theologische Deutung gründet in den verlinkten biblischen Texten.

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