Eine kurze Geschichte zum Vorlesen aus der Reihe „Geschichten für Kinder“ – nacherzählt in eigenen Worten nach der alten christlichen Überlieferung.

Vor langer Zeit lebte am Jordan ein alter Mönch namens Gerasimos. Eines Tages kam ein Löwe zu ihm gehinkt. Er brüllte nicht, er hob nur seine Pfote. Darin steckte ein großer Dorn.

Die anderen Mönche liefen davon. Gerasimos aber setzte sich hin, zog den Dorn behutsam heraus, wusch die Wunde und verband sie. Der Löwe ging nicht mehr fort. Er blieb beim Kloster, fraß Brot und Gemüse wie die Mönche und passte jeden Tag auf den Esel auf, der das Wasser vom Fluss holte.
Als Gerasimos starb, legte sich der Löwe auf sein Grab und wollte nicht mehr weggehen – so sehr hatte er seinen Freund lieb gewonnen.

Wer Gutes tut, auch dem Kleinsten und dem Wildesten, der gewinnt ein Herz.

„Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“ (nach Matthäus 5,7)
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