Allerheiligen und Allerseelen – das Licht auf den Gräbern
Anfang November leuchten die Friedhöfe. Tausende kleine Flammen stehen auf den Gräbern, und für zwei Tage rücken die Lebenden und die Verstorbenen näher zusammen. Allerheiligen und Allerseelen erzählen davon, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.

Auf jedem Grab steht ein Name. Manche kennt heute niemand mehr, andere sprechen wir jeden Tag aus. Am Abend des ersten November brennt für sie alle ein Licht.
Wer ein Licht auf ein Grab stellt, sagt: Du bist nicht vergessen.
Die Kirche sagt noch mehr: Du bist nicht verloren.
Wann sind Allerheiligen und Allerseelen 2026?
Allerheiligen wird am 1. November gefeiert, 2026 an einem Sonntag. In Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland ist es gesetzlicher Feiertag. Allerseelen folgt am 2. November, 2026 an einem Montag.
Beide Tage gehören zusammen. Am ersten wird der Heiligen gedacht, die bei Gott vollendet sind, am zweiten aller Verstorbenen, für die die Lebenden beten. Weil Allerseelen ein Werktag ist, besuchen viele Familien die Gräber schon am Nachmittag von Allerheiligen. In der Ostkirche wird das Fest aller Heiligen am ersten Sonntag nach Pfingsten begangen.
Allerheiligen – eine Schar, die niemand zählen kann
Die ersten Christen verehrten ihre Märtyrer an den Jahrestagen ihres Todes. Bald waren es mehr, als der Kalender Tage hatte. So entstand ein gemeinsames Fest für alle Heiligen, die bekannten und die unbekannten. Im 8. Jahrhundert weihte Papst Gregor III. in Rom eine Kapelle allen Heiligen, und im 9. Jahrhundert wurde der 1. November für die ganze westliche Kirche festgelegt.
Heilige sind in der Bibel nicht nur die großen Namen. Paulus nennt alle Glaubenden „Heilige“. Allerheiligen ist deshalb auch das Fest der Großmütter, die gebetet haben, der Nachbarn, die geholfen haben, und all derer, deren Glaube niemand aufgeschrieben hat.
„Darnach sah ich, und siehe, eine große Schar, welche niemand zählen konnte, aus allen Heiden und Völkern und Sprachen, vor dem Stuhl stehend und vor dem Lamm.“
Offenbarung 7,9Allerseelen – beten für die, die uns vorausgegangen sind
Allerseelen geht auf Abt Odilo von Cluny zurück, der im Jahr 998 anordnete, in allen seinen Klöstern am Tag nach Allerheiligen für die Verstorbenen zu beten. Der Brauch verbreitete sich schnell in ganz Europa.
Hinter dem Tag steht eine tröstliche Überzeugung: Die Gemeinschaft zwischen den Menschen endet nicht mit dem Tod. Wir können für unsere Verstorbenen beten, und wir dürfen darauf vertrauen, dass sie für uns beten. Die Kirche nennt das die Gemeinschaft der Heiligen.
Das Grablicht und die Gräbersegnung
Am Nachmittag von Allerheiligen ziehen in vielen Gemeinden Priester und Gläubige über den Friedhof. Die Gräber werden mit Weihwasser gesegnet, oft steigt Weihrauch auf, und die Angehörigen stehen an den Gräbern ihrer Familie.
Hoffnung über den Tod hinaus
Am Grab des Lazarus sagt Jesus zu Marta einen Satz, der auf unzähligen Grabsteinen steht. Er verspricht nicht, dass es keinen Tod gibt. Er verspricht, dass der Tod nicht das Ende ist.
Diese Hoffnung verändert, wie wir trauern. Der Schmerz bleibt, aber er ist nicht ohne Horizont. Allerseelen ist deshalb kein düsterer Tag, sondern ein stiller: ein Tag, an dem wir die Namen unserer Verstorbenen aussprechen und sie Gott anvertrauen.
„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe.“
Johannes 11,25Häufige Fragen zu Allerheiligen und Allerseelen
Was ist der Unterschied zwischen Allerheiligen und Allerseelen? Allerheiligen am 1. November ist das Fest aller Heiligen, die bei Gott vollendet sind. Allerseelen am 2. November ist der Gedenktag aller Verstorbenen, für die gebetet wird.
Ist Allerheiligen ein Feiertag? In Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland ist der 1. November gesetzlicher Feiertag.
Warum stellt man Lichter auf die Gräber? Das Grablicht ist ein Zeichen der Erinnerung und der Hoffnung auf Christus, das Licht, das den Tod überwindet.
Wann ist die Gräbersegnung? Meist am Nachmittag von Allerheiligen, in manchen Gemeinden an Allerseelen. Die genaue Zeit veröffentlicht Ihre Pfarrei.
Ein Gedenkabend zu Hause
Nicht jeder kann an Allerseelen das Grab seiner Eltern oder Großeltern besuchen. Viele leben weit entfernt. Ein kleiner Gedenkort zu Hause kann dann die Brücke sein.
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