Gebetsecke einrichten – ein Hausaltar für das tägliche Gebet
Eine Gebetsecke braucht nicht viel Platz: ein Kreuz, eine Ikone, ein kleines Licht. Wie Sie den richtigen Ort finden, was dazugehört und wie aus wenigen Dingen ein Ort der Stille wird, lesen Sie hier.

Viele Christen haben zu Hause einen festen Platz, an dem sie beten: eine kleine Ecke mit Kreuz und Ikone, oft mit einem Licht davor. Wer eine Gebetsecke einrichten möchte, beginnt am besten einfach und lässt sie mit der Zeit wachsen.
Der Ort hilft dem Gebet: Wer jeden Tag an dieselbe Stelle tritt, findet leichter in die Stille.
Hier finden Sie Ideen für den Platz, die Grundausstattung und eine kleine Ordnung für Morgen und Abend.
Was eine Gebetsecke ist
Eine Gebetsecke ist ein fester Platz in der Wohnung, der dem Gebet gehört. In vielen Familien heißt sie Herrgottswinkel, in der Tradition der Ostkirche „schöne Ecke“. Gemeint ist immer dasselbe: ein kleiner, bewusst gestalteter Ort, an dem Kreuz und Ikone stehen und an dem man innehält.
Jesus selbst lädt dazu ein, im Verborgenen zu beten. Dafür braucht es keinen eigenen Raum. Eine Wandecke, ein schmales Regal oder eine Kommode genügen, wenn der Platz ruhig ist und frei von Dingen bleibt, die nicht dorthin gehören.
„Wenn aber du betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen.“
nach Matthäus 6,6Gebetsecke einrichten: der richtige Ort
Wählen Sie einen Platz, an dem Sie gern stehen bleiben: im Wohnzimmer, im Schlafzimmer oder im Flur, wenn die ganze Familie dort vorbeikommt. In der Tradition der Ostkirche richtet man die Gebetsecke nach Osten aus, zur aufgehenden Sonne als Bild für Christus. Wo das nicht möglich ist, zählt vor allem, dass der Ort ruhig ist.
Hängen oder stellen Sie Kreuz und Ikone etwa auf Augenhöhe. So stehen Sie beim Gebet aufrecht davor und blicken nicht nach unten. Halten Sie den Platz frei von Fernseher, Ladekabeln und Post. Was in der Gebetsecke liegt, sollte dem Gebet dienen.
Wer wenig Platz hat, beginnt mit einem Wandregal. Wer mehr Platz hat, kann einen kleinen Tisch oder eine Kommode mit einem schönen Tuch bedecken.
Was zu einer Gebetsecke gehört
Die Grundausstattung ist schlicht: ein Kreuz als Zeichen der Erlösung, eine Ikone oder ein Bild, das den Blick auf Christus, die Gottesmutter oder einen Heiligen lenkt, und ein Licht. Dazu kommen nach Wunsch eine Bibel, ein Gebetbuch, ein Rosenkranz und etwas Weihrauch für den Abend.
Gut ist, wenn die Dinge zusammenpassen und nicht zu viele werden. Ein Kruzifix mit Seitenikonen verbindet Kreuz und Ikone bereits in einem Stück. Ein Hausaltar mit Flügeltüren schützt die Ikone und schafft einen kleinen, geschlossenen Raum.
Hausaltar, Triptychon oder Wandregal?
Ein Hausaltar aus Holz ist die geschlossenste Form der Gebetsecke. Die Ikone steht in einem kleinen Schrein, davor brennt ein Öllämpchen. Tagsüber können die Flügeltüren geöffnet bleiben, abends schließt man sie nach dem Gebet.
Ein Triptychon, also eine Ikone mit zwei klappbaren Seitenflügeln, passt auf jedes Regal und lässt sich auch auf Reisen mitnehmen. Ein Wandregal mit Kreuz und einzelner Ikone ist die einfachste Lösung für kleine Wohnungen.
Welche Ikone Sie wählen, dürfen Sie nach Ihrem Herzen entscheiden. Viele beginnen mit einer Ikone der Gottesmutter mit dem Kind, weil sie in fast jeder christlichen Tradition vertraut ist.
Licht und Weihrauch in der Gebetsecke
Ein kleines Licht vor der Ikone ist eines der ältesten Zeichen christlicher Frömmigkeit. Es erinnert an Christus, das Licht der Welt, und an das Gebet, das nicht erlischt. Ein Teelicht im Glas oder ein Öllämpchen genügt.
Am Abend, am Sonntag oder an Festtagen gehört für viele Familien auch Weihrauch dazu. Der aufsteigende Duft ist seit biblischer Zeit ein Bild für das Gebet. Mit einem Weihrauchbrenner und einem Teelicht räuchern Sie sanft und ohne Kohle.
„Mein Gebet müsse vor dir taugen wie ein Räuchopfer, meine Hände aufheben wie ein Abendopfer.“
nach Psalm 141,2Lassen Sie Kerze, Öllämpchen und Weihrauch nie unbeaufsichtigt brennen und halten Sie Abstand zu Vorhängen und Papier.
Eine kleine Ordnung für Morgen und Abend
Am Morgen: Treten Sie vor die Gebetsecke, bekreuzigen Sie sich und sprechen Sie ein kurzes Gebet, etwa das Vaterunser. Ein Satz aus dem Evangelium des Tages kann Sie durch den Tag begleiten.
Am Abend: Zünden Sie das Licht an, danken Sie für den Tag und bitten Sie für die Menschen, die Ihnen am Herzen liegen. Wer mag, legt ein Körnchen Weihrauch auf den Brenner.
Am Sonntag und an Festtagen: Lesen Sie das Evangelium des Tages gemeinsam mit der Familie vor. Kinder können die Kerze anzünden und ein eigenes Gebet sprechen.
Häufige Fragen zur Gebetsecke
Wo sollte eine Gebetsecke stehen?
An einem ruhigen Platz, den Sie jeden Tag sehen. In der Tradition der Ostkirche richtet man sie nach Osten aus. Kreuz und Ikone stehen am besten auf Augenhöhe.
Was braucht man für eine Gebetsecke?
Ein Kreuz, eine Ikone und ein Licht. Nach Wunsch kommen Bibel, Gebetbuch, Rosenkranz und Weihrauch dazu.
Wie nennt man eine Gebetsecke noch?
Herrgottswinkel, Hausaltar oder, in der Ostkirche, schöne Ecke.
Kann ich in einer kleinen Wohnung eine Gebetsecke einrichten?
Ja. Ein Wandregal oder ein kleiner Hausaltar mit Flügeltüren braucht kaum Platz.
Darf man in der Gebetsecke Weihrauch verwenden?
Ja. Mit einem Weihrauchbrenner und Teelicht gelingt das ohne Kohle und ohne Asche.
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