Heiliger Nikolaus – der Bischof, der im Verborgenen schenkte
Am Abend des 5. Dezember stellen Kinder ihre Stiefel vor die Tür. Am Morgen liegen Nüsse, Mandarinen und Schokolade darin. Hinter dem Brauch steht ein Bischof aus dem 4. Jahrhundert, dessen Güte so leise war, dass sie bis heute nachklingt.

Ein Vater hat kein Geld, um seine drei Töchter zu verheiraten. In der Nacht fliegt ein Beutel Gold durch das Fenster, dann ein zweiter, dann ein dritter. Den Geber sieht niemand.
Nikolaus wollte nicht gesehen werden. Er wollte helfen.
Daraus ist der schönste Brauch des Advents geworden: ein Geschenk, das am Morgen einfach da ist.
Wann ist Nikolaus 2026?
Der Nikolaustag ist der 6. Dezember, 2026 ein Sonntag. Die Kinder stellen ihre Stiefel schon am Abend des 5. Dezember vor die Tür, und am Morgen des Festtags sind sie gefüllt. Kirchen, die dem julianischen Kalender folgen, feiern den heiligen Nikolaus am 19. Dezember.
Der Tag fällt mitten in den Advent. So wird Nikolaus zu einem Vorboten von Weihnachten: ein Heiliger, der schenkt, weil Gott selbst sich schenkt.
Wer der heilige Nikolaus war
Nikolaus lebte im 4. Jahrhundert und war Bischof von Myra, einer Stadt an der Südküste der heutigen Türkei. Er stammte aus einer wohlhabenden Familie und verteilte sein Erbe an die Armen. Der Überlieferung nach starb er an einem 6. Dezember um die Mitte des 4. Jahrhunderts.
Im Jahr 1087 brachten Seeleute seine Gebeine nach Bari in Süditalien, wo sie bis heute verehrt werden. Von dort aus verbreitete sich die Verehrung über ganz Europa. Nikolaus ist einer der wenigen Heiligen, die im Osten wie im Westen gleichermaßen geliebt werden.
„Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem HERRN; der wird ihm wieder Gutes vergelten.“
Sprüche 19,17Die Legenden vom heiligen Nikolaus
Um kaum einen Heiligen ranken sich so viele Geschichten. Alle erzählen dasselbe: Nikolaus sieht die Not, bevor jemand bittet, und handelt, ohne dafür gelobt zu werden.
Wie die Ikone ihn zeigt
Auf Ikonen erscheint Nikolaus als älterer Bischof mit hoher Stirn und kurzem, weißem Bart. Er trägt das Omophorion, das mit Kreuzen besetzte Bischofsband, hält in der linken Hand das Evangelium und segnet mit der rechten.
Das Gesicht ist ernst und zugleich mild. Es ist nicht der rotgekleidete Weihnachtsmann späterer Zeiten, sondern ein Hirte, der seine Gemeinde kennt. Wer die Ikone betrachtet, begegnet dem Menschen hinter der Legende.

Schenken wie Nikolaus
Jesus sagt in der Bergpredigt, dass die linke Hand nicht wissen soll, was die rechte tut. Nikolaus hat diesen Satz gelebt. Sein Schenken sucht keinen Dank und keine Bühne.
Darin liegt vielleicht das schönste Geschenk des Nikolaustages an uns Erwachsene: die Erinnerung, dass Güte nicht laut sein muss. Ein anonymer Umschlag, ein bezahlter Einkauf, ein Besuch bei jemandem, der allein ist, all das ist Nikolaus.
„Wenn du aber Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, auf daß dein Almosen verborgen sei.“
Matthäus 6,3–4Häufige Fragen zum Nikolaustag
Wann stellt man die Stiefel raus? Am Abend des 5. Dezember, damit sie am Morgen des 6. Dezember gefüllt sind.
Warum bringt Nikolaus Geschenke? Weil er der Legende nach drei armen Töchtern heimlich Gold schenkte. Die Gaben im Stiefel erinnern an diese verborgene Hilfe.
Ist Nikolaus derselbe wie der Weihnachtsmann? Der Weihnachtsmann ist eine spätere Figur, die aus dem Nikolausbrauch hervorgegangen ist. Der heilige Nikolaus war ein Bischof des 4. Jahrhunderts.
Wofür ist der heilige Nikolaus Patron? Für Kinder, Seeleute, Reisende, Kaufleute und alle, die in Not geraten.
Ein Nikolausabend für die Familie
Der Nikolaustag gehört den Kindern, aber er kann für die ganze Familie ein kleines Fest werden. Erzählen Sie am Vorabend die Geschichte von den drei Beuteln Gold und stellen Sie danach gemeinsam die Stiefel vor die Tür.
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